09.10.2017 Manifest für Frauen in der Wirtschaft

Nur rund jedes vierte Mitglied in den Aufsichtsräten deutscher börsennotierter Unternehmen ist eine Frau, in den Vorständen liegt der Männeranteil bei 85 Prozent. Und nur jedes dritte Unternehmen wird von einer Frau gegründet, bei wachstumsorientierten Technologie-Start-ups sind es sogar noch weniger. Auch in der öffentlichen Verwaltung sind Frauen an der Spitze unterrepräsentiert. Das nahm Brigitte Zypries als erste Bundeswirtschaftsministerin zum Anlass und präsentierte ein Manifest für „Frauen in der Wirtschaft“. Die Ministerin hat es gemeinsam mit Stephanie Bschorr, Sabine Gillessen, Tijen Onaran und Isabel Rohner verfasst, die sich alle für Frauen in der Wirtschaft engagieren. Es basiert auf einem Hofgespräch im Bundeswirtschaftsministerium bei dem Ministerin Zypries mit 300 Frauen über Frauen in der Wirtschaft diskutiert hat.

Bundeswirtschaftsministerin Zypries: „Ich treffe täglich starke, kompetente Frauen – bei Unternehmensbesuchen, auf Veranstaltungen oder in Gesprächsrunden. In den Chefetagen deutscher Unternehmen sind aber nur wenige Frauen zu sehen. Dass wir 2017 noch keine Frau an der Spitze eines der 30 DAX-Konzerne haben, ist nicht mit fehlender Kompetenz von Frauen zu begründen. Auch als Gründerinnen sind Frauen noch unterrepräsentiert. Frauen zu fördern, ist ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft, denn sie sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Deutschland kann es sich nicht leisten, auf gut ausgebildete Frauen zu verzichten. Das Manifest ist ein Appell an die Politik, die das Thema 'Frauen in der Wirtschaft' mit Hochdruck weiter voranbringen muss, an die Unternehmen und an die Frauen selbst.“

Das Manifest zeigt verschiedene Handlungsfelder auf, um Frauen in der Wirtschaft weiter zu stärken. Zugleich unterstreicht es die Bedeutung, die starke Frauen in der Wirtschaft und ihr Anteil an der Wertschöpfung für den Wirtschaftsstandort Deutschland haben. Das Manifest fasst Leitgedanken für die Zukunft zusammen und soll als Diskussionsgrundlage dienen.