Interview: Peter Kellendonk, Kellendonk Elektronik GmbH
Peter Kellendonk, Geschäftsführer der Kellendonk Elektronik GmbH
Wer interessanten Content, mit Energiesteuerungs-Management und Visualisierung auf unterschiedlichen Plattformen par excellence miteinander verbinden kann – der wird Märkte gestalten können.
Herr Kellendonk, warum haben Sie sich entschieden, den Sonderpreis im Rahmen des Multimedia-Gründerwettbewerbs zu sponsern?
Vor 14 Jahren bin ich ebenso den Schritt in die Unternehmensgründung gegangen. Seitdem entwickeln wir für namhafte Konzerne state-of-the-art Elektronik und sehen uns in der glücklichen Lage, mit fast 50 Elektronik Ingenieuren nahezu 100 individuelle Entwicklungsaufträge jedes Jahr von der Idee in das konkrete Produkt umzusetzen. Dabei ist die Anforderung unserer Kunden uns gegenüber immer sehr hoch: innovative Technologien mit neuen Märkten zu verbinden. Der Wettbewerb „Multimedia für intelligente Energieversorgung“ ist ein sehr schönes Beispiel dafür: Die Energiemarkt wird sich in den kommenden Jahren radikal ändern müssen – und hierbei wird auch Multimedia eine große Rolle spielen.
Mit welchen Ideen können sich Gründer und Gründerteams für den Sonderpreis bewerben und was für Einsendungen erhoffen Sie sich?
Wegen der schwankenden Energieerzeugung durch den erhöhten Einbezug regenerativer Energiequellen wird es zu variablen Stromtarifierungen kommen. Dem Verbraucher wird ein Anreiz gegeben dann Energie zu verbrauchen, wenn auch viel Energie vorhanden ist. Dies wird durch entsprechend gestaltete Stromtarife erfolgen, die auf den klassischen Marktgebahren aufsetzen. Wir arbeiten gerade intensiv daran, diese Preisinformationen den unterschiedlichen Haushaltsgeräten durch ein innovatives BUS System zur Verfügung zu stellen, damit diese im Idealfall dann laufen „Wenn der Strom billig ist“. Hierbei dürfen wir aber den Verbraucher nicht vergessen: Wir müssen ihm einerseits die aktuellen Tarife visualisieren, wir müssen ihm aber auch die Steuerung seines Haushalts intuitiv ermöglichen. Er soll letztendlich die Entscheidung treffen können auch zu waschen, wenn der Strom teuer ist. Hierzu benötigen wir innovative Bedienkonzepte, die auch irgendwann mal auf ganz unterschiedlichen Geräten – Display, Handy, TV - laufen werden. Neuartig ist hierbei die Zielgruppe: Jeder muss hier angesprochen werden und sich zurechtfinden können. Und zeigen Sie mir heute mal ein System, was jeder bedienen kann. Das erfordert schon einen hohen Innovationsgrad.
Kellendonk Elektronik wurde 1996 als inhabergeführte Ingenieursgesellschaft im Technologiezentrum Köln gegründet und gehört mittlerweile in Ihrem Bereich zu den führenden Firmen im Bereich bundesweit. weist seitdem kontinuierliches Wachstum auf. Was können Sie als bereits erfolgreicher Gründer den jüngeren Gründer-Kollegen raten?
Stellen Sie von Beginn an den Nutzen für ihren Kunden in den Vordergrund, denken sie immer daran: nutzt es Ihren Kunden nicht, nutzt es langfristig auch Ihnen nichts. Denken sie immer daran: Zuerst kommt der Kunde, dann der Kunde und anschließend der Kunde. Und versuchen sie nicht, alles alleine zu machen. Mir haben unzählige Gespräche mit erfahrenen Kollegen enorm viel gebracht, und da, wo ich von Hause aus schwach war, habe ich mir schnell professionelle Hilfe geholt. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von schlanken Dienstleistungen rund um die Geschäftsführung, welche ihnen bereits zu Beginn die richtige Unterstützung bieten kann. Ein Rat am Schluss: Lassen sie sich nicht entmutigen: Den erste Schritt machen noch viele, aber nur die mit einem langem Atem wachsen langfristig. Nur weitermachen zählt.
Wo sehen Sie spezielle Trends und Themen, die den Bereich Multimedia im Energiesektor in Zukunft prägen werden und welche davon bieten ein besonders spannendes Potenzial für Multimediagründer?
Wie gesagt – der Markt rund um Energie wird sich komplett verändern. Ein ressourcenschonender Umgang mit der Umwelt ist ja eigentlich nichts Neues – wenn wir das auf den Energiebereich übertragen bedeutet das aber auch: Wir haben Sonne im Süden und Wind an der Küste – sprich wir haben extrem viel Energie vorhanden; d.h. wir müssen Anreize setzen, diese auch zu nutzen. Es wird nämlich auch das komplette Gegenteil gegeben – wir müssen im Einklang mit dem Angebot leben können. Alternative sind immense Ineffizienzkosten, die wir uns aber gerade im internationalen Wettbewerb bald nicht mehr leisten können. Also müssen wir den Kunden dazu animieren seinen Beitrag zu leisten. Mit dieser neuen Infrastruktur einer durchgehenden Kommunikationsstruktur zwischen Energieerzeuger und –verbraucher verändern sich aber auch gleichzeitig die Möglichkeiten, die hierüber abgebildet werden können. Aber: die Systeme müssen dabei beherrschbar bleiben. Wer also interessanten Content, mit Energiesteuerungs-Management und Visualisierung auf unterschiedlichen Plattformen par excellence miteinander verbinden kann – der wird Märkte gestalten können.


